Mobbing beschreibt psychische und zum Teil auch körperliche Gewalt, die durch das wiederholte, meistens seelische Schikanieren, Quälen und Verletzen eines Menschen durch eine oder mehrere Personen definiert ist.

Studien wie die PISA- oder die HBSC (Health Behaviour in School-Aged Children) haben gezeigt, dass etwa jeder 6. bis 5. Schüler im Jugendalter schon Opfer eines Mobbings gewesen ist. Dieses Phänomen wird oft bei Jugendlichen in den Schulen beobachtet. Doch dieses Problem hat sich bereits längst über die Grenzen des Schulhofs hinaus verbreitet. Auch Cybermobbing setzt mittlerweile die Opfer einer „rund um die Uhr“ psychischen Gewalt aus.

Die Wahrscheinlichkeit für Mobbing-Opfer an psychischen Erkrankungen zu leiden und suizidale Gedanken zu haben, ist sehr hoch. Eine Präventionsarbeit ist deshalb so wichtig und muss sowohl bei den Opfern als auch bei den Tätern geleistet werden.

Die Opfer des Mobbings werden wegen ihrem Aussehen, ihrem sozialen Status, ihrer Interessen und ihrer Persönlichkeit diskriminiert, ausgelacht und stigmatisiert. Oft erhält das Opfer keine Hilfe von außen. Im Gegenteil, die Menschen neigen eher dazu, wegzuschauen wenn sie sich nicht dem „Stärkeren anschließen“, aus Angst selbst betroffen zu werden.

Die Opfer gilt es stark zu machen. Ihnen soll Mut gegeben werden, sich dagegen zu wehren und sich Hilfe zu holen, damit sie nicht schlimmere Störungen (z.B. Depression, Angststörung) entwickeln. Doch was ist mit den Tätern? Wissen Sie überhaupt warum sie es nötig haben, andere zu tyrannisieren? Wichtig wäre, sie zum Reflektieren ihres Handelns zu bringen.

Aber wie Carsten Stahl in seinem Interview zu Recht unterstreicht, erleben wir eine Unterhaltungsgesellschaft, die das Problem eher schürt, als dass sie darauf sensibilisiert. Wie viele Reality-Shows, Spiele und Talk-Shows tatsächlich auf Erniedrigung und Demütigung setzen, um ihre Einschaltquoten zu steigern? Es ist nichts anderes als eine weitere Form des Mobbings, welche unter dem Deckmantel des Spaßes als normal verkauft wird.

Aktuell erleben wir eine massive Spaltung der Gesellschaft, die das Problem nur verschlimmern kann. Unsere Arbeit zur Prävention, zur Stärkung des Selbstwerts, zur Minderung dieser psychischen und körperlichen Gewaltbereitschaft ist immens wichtig und soll auf allen Ebenen unserer Gesellschaft geleistet werden. Das Problem entsteht nicht in den Schulen, sondern wird mit in die Schule gebracht. Es liegt also an uns allen, gegen solche sozialen Ausgrenzungen zu kämpfen, indem wir Opfern Hilfe anbieten und Tätern zu mehr Empathie, Mitgefühl und Respekt verhelfen.

Zum Thema Mobbing findet ihr beim Online-KEB-Kongress zwei spannende Interviews welche ich euch wärmstens empfehlen kann (Carsten Stahl, Tim). Wir alle sind suchende Menschen und das wonach wir am meisten suchen ist die Nächstenliebe.

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ lässt erahnen, wie schwach die Selbstliebe bei den Betroffenen (Opfer wie Täter) geprägt ist. Doch wir alle sind liebenswert, so wie wir sind.

Werde Teil der Bewegung!

Trage dich jetzt in den Newsletter ein, um dabei zu sein.

Sponsoren

Wir bedanken uns bei allen Partnern für die Unterstützung!

Jetzt spenden!